Max-Planck-Institut für Informatik
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Press Release: 12. May 2000 (Language: German)

Human Genome Project mit Software aus Saarbrücken

Das ``Human Genome Project'' ist ein internationales Forschungsvorhaben, dessen Zielsetzung die vollständige Kartierung und Beschreibung des menschlichen Erbguts (DNS) ist. Wie in den letzten Tagen durch Presse, Funk und Fernsehen bereits veröffentlicht, hat die US-amerikanische Firma Celera Genomics eine Skizze vom menschlichen Erbgut nach eigenen Angaben zu 90 Prozent fertiggestellt.

Für die nun folgende Sequenzierung der genetischen Rohdaten in die richtige Reihenfolge setzt Celera ein Produkt der Saarbrücker Softwarefirma Algorithmic Solutions Software GmbH ein. Mehr als 80 % des Programmes, das die Sequenzierung der Rohdaten vornimmt, setzt auf LEDA auf. Es handelt sich dabei um eine C++ Klassenbibliothek, die effiziente Datenstrukturen und Algorithmen zur Verfügung stellt und das führende Produkt auf dem Gebiet der Graphen- und Netzwerkalgorithmen darstellt. Insbesondere bei grossen Datenmengen sind schnelle und exakte Lösungsverfahren unverzichtbar.

Dr. Christian Uhrig, ehemaliger Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Informatik und Geschäftsführer der Algorithmic Solution GmbH, einer Ausgründung des Saarbrücker MPI, sagt hierzu: ``Die Firma Celera hat uns gleich nach der sensationellen Nachricht über den Einsatz von LEDA informiert, und wir sind stolz, an einer solchen Aufgabe mit unserer Software beteiligt zu sein.'' Celera ist nicht der erste Kunde, der mittels der Saarbrücker Programmbibliothek, die in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Kurt Mehlhorn am MPI konzipiert und entwickelt wurde, grosse Erfolge verzeichnen konnte. ``Wir freuen uns immer sehr, wenn unsere Kunden unsere Applikationen in erfolgreichen Projekten einsetzen - das ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit.'', erklärt Dr. Uhrig.

Auch heute noch werden die weltbesten, aktuell entwickelten Algorithmen und Datenstrukturen am MPI effizient implementiert, so dass sie von Nutzern der LEDA-Bibliothek weltweit eingesetzt werden können. Dadurch wird in diesem Bereich aktuellste Grundlagenforschung direkt anwendbar gemacht. Einen entscheidenden Beitrag leistet das Institut aber auch durch die Ausbildung von Software-Spezialisten. Die Fa. Algorithmic Solution rekrutiert ihre Mitarbeiter fast vollständig aus der Gruppe der Absolventen des MPI; Dr. Knut Reinert, 1999 am MPI promoviert, arbeitet direkt bei Celera im ``Human Genome Project''.

Die Fa. Algorithmic Solution vermarktet seit 1995 algorithmische Lösungen für die Industrie. Die Mehrzahl der Kunden stammt momentan aus Überseeländern wie den USA und Japan.



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